Richtig reagieren bei Sturm

Nach einem Sturm sollte ein stark beschädigtes Wohngebäude erst nach Freigabe durch Fachleute wieder betreten werden
Unwetterschäden an einem Haus. Foto: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-tmn

Sind Unwetter vorhergesagt, sollten Hausbesitzer schnell handeln und Maßnahmen ergreifen, um mögliche Schäden zu verhindern oder wenigstens zu begrenzen. Karin Brandl, Schadenexpertin von ERGO, weiß, was zu tun ist und worauf es ankommt.

Kurzfristige Schutzmaßnahmen

Ist ein Sturm oder gar Orkan angekündigt, heißt es, möglichen Schäden vorbeugen. „Dabei gilt es, lose Gegenstände wie Gartenmöbel, Mülltonnen, Blumentöpfe und Fahrräder zu sichern oder in geschützte Bereiche zu bringen,“ rät Brandl. „Markisen und Sonnensegel einfahren oder abmontieren, Rollläden geschlossen halten, auf geschlossene Fenster und Türen achten.“ Empfehlenswert ist es außerdem, Fahrzeuge nicht in der Nähe von großen Bäumen oder Baugerüsten zu parken. Bei besonders schweren Sturmlagen kann es sinnvoll sein, wichtige Dokumente, Medikamente und Wertgegenstände griffbereit zu halten, falls die Bewohner das Haus kurzfristig verlassen müssen. „Während eines Unwetters gilt: Ruhe bewahren und die Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes genau verfolgen“, rät die Expertin.

Richtiges Verhalten während des Sturms

Wenn der Sturm tobt, ist es entscheidend, sich selbst und andere nicht in Gefahr zu bringen. „Vermeiden Sie es, während des Unwetters nach draußen zu gehen, insbesondere in der Nähe von Bäumen, Stromleitungen oder Baustellen“, warnt Brandl. Wer sich dennoch im Freien aufhält, sollte auf umherfliegende Gegenstände und herabfallende Äste achten und gefährdete Bereiche wie Parks, Wälder oder offene Flächen meiden. In Gebäuden empfiehlt es sich, Fenster geschlossen zu halten und sich nicht in unmittelbarer Nähe großer Glasflächen aufzuhalten.

Nach dem Unwetter

Sobald keine Gefahr mehr besteht, ist es ratsam zu prüfen, ob und welche Schäden der Sturm angerichtet hat. „Nach einem Rundgang durch Haus und Garten empfiehlt es sich, alle sichtbaren Schäden mit Fotos zu dokumentieren und die Versicherung zeitnah zu informieren“, rät die Schadensexpertin. Beschädigte Dächer, lose Ziegel oder abgebrochene Äste verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit. Maßnahmen wie das Abdecken beschädigter Fenster oder das Entfernen von Trümmern helfen, Folgeschäden zu vermeiden. Dringt durch den Sturm Wasser ins Gebäude ein, sollten Experten es schnellstmöglich abpumpen und die betroffenen Räume trocknen.

Schaden melden

Sind alle Schäden erfasst, ist es wichtig, diese unverzüglich an die Versicherung zu melden. Viele Anbieter ermöglichen das bereits online. Für die Schadenmeldung werden in der Regel Angaben zur Versicherungsnummer, zum Zeitpunkt und Hergang des Schadens sowie zum Ausmaß der Zerstörung benötigt. Fotos und Kaufbelege können helfen, den Vorgang zu beschleunigen. „Wer auch gegen Folgeschäden durch Starkregen oder Überschwemmung geschützt sein möchte, sollte prüfen, ob seine Police sogenannte weiteren Naturgefahren beinhaltet“, erklärt Brandl.

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