Der US-amerikanische Flugzeughersteller Boeing ist bei seinen zehn größten Airline-Kunden nicht so divers aufgestellt wie sein europäischer Konkurrenz Airbus. So sind die vier nach Anzahl der bestellten Flugzeuge größten Boeing-Kunden alle in den USA ansässig. Alle vier haben seit Einführung der Modellreihe 707 im Jahr 1957 Bestellungen in vierstelliger Größenordnung aufgegeben. Die übrigen Airlines, zu denen mit Ryanair und Lufthansa auch zwei europäische Unternehmen zählen, verzeichnen Bestellungen im dreistelligen Bereich.
Bei Airbus liegt seit Einführung der Modellreihe A300 im Jahr 1972 mit Indigo eine asiatische Airline aus Indien mit 1.370 Bestellungen an erster Stelle. Mit Easyjet, Lufthansa und Wizz Air sind zwar auch drei europäische Airlines weit oben im Ranking – hier bewegt sich das Volumen der Bestellungen allerdings in ähnlicher Größenordnung wie das der übrigen in der Grafik dargestellten Airlines.
Boeing hat bei der Entwicklung seiner Flugzeuge traditionell dem US-Markt eine besondere Bedeutung beigemessen. Airbus hingegen war von Anfang an international ausgerichtet und gewann gezielt Kunden außerhalb Nordamerikas. So führte insbesondere die Entwicklung der A320-Familie (seit 1988) zu großer Verbreitung bei verschiedensten Airlines weltweit – darunter viele Low-Cost-Carrier und Fluggesellschaften in aufstrebenden Märkten wie Asien, Naher Osten oder Lateinamerika.
Airbus konnte zuletzt mit der A320neo-Reihe weltweit viele Airlines gewinnen. Hierbei handelt es sich um eine modernisierte Variante der A320-Familie mit effizienteren Triebwerken und anderen Verbesserungen, die den Treibstoffverbrauch um etwa 15–20 Prozent reduzieren. Dadurch wurde er schnell zum Bestseller im so genannten Single-Aisle-Segment, also Passagierflugzeugen mit nur einem Mittelgang in der Kabine.
Die Zahl der Flugzeugbestellungen bei Airbus und Boeing haben sich nach dem Rekordjahr 2023 übrigens wieder normalisiert. Airbus liegt dabei mit 878 Bestellungen klar vor Boeing (568 Bestellungen). (Quelle: Statista/cw)
