Die Aktien von Auto1 sind am Mittwoch in einem schwachen Aktienmarkt-Umfeld relativ stark unter Druck geraten. Mit einem 4,1 Prozent hohen Abschlag auf 19,62 Euro gehörten die Titel des Online-Gebrauchtwagenhändlers im MDax zu den drei deutlichsten Verlierern. Aus den vorbörslich noch erwarteten Kursgewinnen ist somit nichts geworden. Auf der Plattform Tradegate waren sie vor dem Xetra-Start in der Spitze noch zu 21 Euro gehandelt worden.
Durch den Kursrutsch sackten die Aktien am Mittwoch unter ihre 50-Tage-Linie, die von charttechnisch orientierten Anlegern gerne als Indikator für den kurz- bis mittelfristigen Trend herangezogen wird. Die Ende Februar eingeleitete Korrektur der Vorjahresrally nahm damit ihren Lauf, denn seitdem ist der Kurs mittlerweile um mehr als 20 Prozent abgesackt. 2024 waren Auto1 nach ihrem MDax-Aufstieg mit 140 Prozent Jahresplus der beste Wert im Index mittelgroßer Werte. Auto1 ist seit dem Februar 2021 an der Börse notiert. Der Ausgabepreis lag bei 38 Euro. Einen Monat später erreichte der Kurs sein Rekordhoch von 52,74 Euro. Danach ging es steil bergab, erst seit Mitte vergangenen Jahres berappelte sich der Kurs wieder spürbar.
Nach der Rally im vergangenen Jahr nahmen es Anleger nun dankend hin, dass es das Unternehmen in der vorgestellten Bilanz des Jahres 2024 erstmals schaffte, einen Gewinn zu erzielen. Die bereits bekannten Eckdaten zum Umsatz und der operativen Ergebnisentwicklung wurden von Auto1 bestätigt – genauso wie der Ausblick auf das neue Jahr, der damit nicht zum nächsten Kurstreiber wurde.
Geht es nach dem JPMorgan-Experten Marcus Diebel, könnte dieser Kurstreiber aber demnächst mit den Zahlen zum ersten Quartal gefunden werden. Als Ausdruck seiner Zuversicht hatte er Auto1 am Montag den Status “Positive Catalyst Watch” verliehen und sieht für die Zielsetzungen des Unternehmens Luft nach oben. Weiteres Aufwärtspotenzial könne daraus ergeben, dass sich der Fokus von Anlegern zunehmend auf die längerfristigen Perspektiven verlagert, so Diebel. (dpa-AFX/cw)