AKTIE IM FOKUS: Brenntag sehr schwach – Morgan Stanley sieht zahlreiche Risiken

FRANKFURT (dpa-AFX) – Eine Abstufung durch die US-Bank Morgan Stanley hat am Dienstag die Aktie von Brenntag DE000A1DAHH0 belastet. Sie gab am frühen Nachmittag als eine der schwächsten Werte im Leitindex Dax DE0008469008 um 3,4 Prozent auf 48,11 Euro nach. In einem Ausblick auf die europäische Unternehmensdienstleistungsbranche im Jahr 2026 rät Annelies Vermeulen unter anderem zur Vorsicht beim Griff nach Aktien von Chemikalienhändlern.

Für Brenntag kappte die Analystin dabei ihr Kursziel von 63 auf 50 Euro und stufte die Aktie von “Equal-weight” auf “Underweight” ab. Damit rechnet sie in den kommenden zwölf bis 18 Monaten mit einer unterdurchschnittlichen Gesamtrendite der Aktie im Vergleich zu den anderen von ihr beobachteten Branchenwerten.

Vermeulen sieht bei Brenntag gleich mehrere strukturelle und auch zyklische Risiken. Das überwiegend standardisierte Produktportfolio des Konzerns sei durch Disintermediation, also den Verzicht auf Vermittler innerhalb der Lieferkette, sowie durch einen verstärkten Wettbewerb aus China gefährdet, schrieb sie. Zugleich seien die Absatzmengen mau gewesen, während die Preise einem fortgesetzten Druck ausgesetzt waren, was zu Margenverlusten und geringeren Gewinnen geführt habe. 2025 werde somit das dritte Jahr in Folge mit Gewinn- und Prognosesenkungen sein.

Kurzfristig rechnet die Morgan-Stanley-Expertin zudem mit strategischer Unsicherheit, da sowohl der Vorstands- als auch der Finanzchef und die Bereichsleiter in den vergangenen zwölf bis 18 Monaten ausgetauscht worden seien. Mit einem Kapitalmarkttag sei zudem frühestens Ende 2026 zu rechnen.

Noch Anfang März 2024 war die Brenntag-Aktie mit 87,12 Euro dicht unter ihr Rekordhoch vom Sommer 2021 geklettert. Direkt danach ging es allerdings kontinuierlich, unterbrochen von nur wenigen Erholungsversuchen, abwärts. Auch charttechnisch sieht es trist aus für das Papier, denn erneut ist die Aktie unter die kurzfristige 21-Tage- und auch unter die 50-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend gefallen.

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