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Aktien Frankfurt: Dax schwächelt – Unsicherheit nach Wahl und vor US-Zinssitzung

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
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Die anhaltende Verunsicherung nach der Europawahl und vor der US-Zinssitzung haben dem deutschen Aktienmarkt auch am Dienstag zu schaffen gemacht. Der Dax verlor am Nachmittag 0,74 Prozent auf 18 358,90 Punkten. Der MDax mit den mittelgroßen Werten sank um 0,59 Prozent auf 26 583,19 Zähler. Für den EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone ging es um rund ein Prozent nach unten.

Für die anstehende US-Zinsentscheidung am Mittwochabend wird fest damit gerechnet, dass die Notenbank Fed den Leitzins unverändert lassen wird. Allerdings könnte die dazu gehörige Stellungnahme und die anschließende Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell Hinweise auf die weitere Zinspolitik liefern. Davor werden am Mittwoch Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise erwartet, die ebenfalls Aufschluss über den Zeitpunkt der ersten Zinssenkung in den USA seit der großen Inflationswelle geben könnten.

Die Unsicherheit der Marktteilnehmer zeigte sich unter anderem auch an den erneut gestiegenen Renditen französischer Staatsanleihen aufgrund einer drohenden Machtverschiebung in Frankreich. Dort belastet der Rechtsruck, der sich aus den Europawahlen ergeben hatte. Wegen der schlechten Wahlergebnisse seiner Partei hatte Staatspräsident Emmanuel Macron eine Neuwahl der Nationalversammlung angekündigt. Hinzu kam am Dienstag das Gerücht, wonach Macron einen Rücktritt in Erwägung ziehe. Die Spekulationen wurden jedoch seitens des Elysee-Palastes zurückgewiesen.

Vor allem die Aktien aus dem Bankensektor litten unter der politisch brisanten Lage jenseits des Rheins. Die Aktien der französischen Großbanken Societe Generale und BNP Paribas büßten bis zu 3,7 Prozent ein. In Deutschland sackten die Titel der Commerzbank und der Deutschen Bank mit Abgaben von bis zu 3,6 Prozent ans Dax-Ende.

Unter den Einzelwerten stiegen die Papiere von Covestro auf den höchsten Stand seit rund zwei Monaten und waren mit einem Kurssprung von 7,1 Prozent bester Dax-Wert. Bei den Übernahmegesprächen zwischen dem deutschen Kunststoffhersteller und Adnoc, dem staatlichen Ölkonzern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, sind laut Insidern Fortschritte erzielt worden. Covestro könnte Adnoc schon bald eine tiefgehende Prüfung der Bücher im Rahmen einer sogenannten Due Diligence gewähren, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Bei den Anlegern von Druckmaschinenherstellern stand am Dienstag eine Nachlese der Fachmesse Drupa im Mittelpunkt. Dabei zogen Koenig & Bauer ein positives Auftragsfazit. Auch beim Wettbewerber Heidelberger Druck führten viele Bestellungen auf der Messe offenbar zu einer Erholung des Auftragseingangs. Die Aktien von Koenig & Bauer stiegen zuletzt um 2,5 Prozent nach oben, jene von Heidelberger Druck gewannen 2,8 Prozent.

Die Titel von Hapag-Lloyd sackten im Sog hoher Kursverluste großer asiatischer Reedereien um 5,7 Prozent ab. Ein Händler verwies darauf, dass sich der UN-Sicherheitsrat über Nacht für einen von US-Präsident Joe Biden vorgestellten mehrstufigen Plan für eine Waffenruhe im Gaza-Krieg ausgesprochen hatte. Seit dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel Anfang Oktober und dem militärischen Vorgehen der israelischen Armee gegen die Hamas in Gaza hatte die Huthi-Miliz von Jemen aus wiederholt Schiffe auch in internationalen Gewässern im Roten Meer unter Beschuss genommen. Das hatte die internationalen Frachtraten stark nach oben getrieben.

Am Devisenmarkt sank der Euro zuletzt auf 1,0726 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,0756 Dollar festgelegt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,70 Prozent am Vortag auf 2,71 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 123,38 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,32 Prozent auf 130,07 Zähler. (dpa-AFX/edh/mis/cw)

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