Buchtipp der Woche: Der Absturz

Foto: Hugendubel Der Absturz
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Der umtriebige junge Autor Édouard Louis ist bekannt dafür, das Private unerschrocken mit dem Gesellschaftlichen zu verweben, so auch in seinem neuen Buch „Der Absturz“.

Zentrum der Handlung ist sein älterer Bruder, ein Träumer, der nie ankam in der Welt, die er sich erhoffte. Während er von Kathedralen, Reisen und Anerkennung träumt, bleibt ihm in der Realität nur ein Alltag, der ihn immer tiefer in Alkohol- und Spielsucht zieht.

Louis zeichnet das Porträt eines Mannes, der zugleich scheitert und kämpft, der immer wieder versucht, seinem jüngeren Bruder ein besseres Leben vorzuleben, obwohl er selbst kaum festen Boden unter den Füßen hat. Dabei schreibt Louis schonungslos ehrlich, aber auch mit berührender Zärtlichkeit. Denn in all den Abgründen, in die sein Bruder stürzt, liegt auch eine tiefe Sehnsucht nach Liebe, nach einem anderen Leben, das größer sein sollte als das, was ihm die Gesellschaft zugesteht.

„Der Absturz“ ist kein bloßes Familienporträt, sondern ein literarischer Kommentar zu den prekären Verhältnissen, die Menschen kleinhalten und Träume zerbrechen lassen. Louis zeigt, wie soziale Herkunft, Perspektivlosigkeit und vererbte Verletzungen Biografien prägen – und wie schwer es ist, daraus auszubrechen. Ein schmerzhaftes, zugleich wunderschönes Buch über Brüderliebe, Enttäuschung und die fragile Hoffnung, dass man den eigenen Weg doch noch anders gehen kann.

Édouard Louis’ neuer Roman ist seit dem 17. September 2025 im Handel.

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