Dürfen Arbeitgeber Minusstunden vom Gehalt abziehen?

Ist durch betriebliche Gründe zu wenig zu tun, bekommen Arbeitnehmende ihren vollen Lohn, auch wenn sie die Arbeitsleistung nicht erbringen können.
Ist durch betriebliche Gründe zu wenig zu tun, bekommen Arbeitnehmende ihren vollen Lohn, auch wenn sie die Arbeitsleistung nicht erbringen können. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn
Wer Überstunden macht, bekommt dafür meist Geld oder freie Zeit. Was ist aber mit dem Gegenteil, mit Minusstunden? Kann, was weniger gearbeitet wurde, vom Gehalt abgezogen werden?

Bremen (dpa/tmn) – Minusstunden dürfen nicht ohne Weiteres vom Gehalt abgezogen werden. Darauf weist die Arbeitnehmerkammer Bremen in ihrem Magazin «BAM» (Ausgabe Januar/Februar 2026) hin.

Arbeitgeber muss für Arbeit sorgen

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, für ausreichend Arbeit zu sorgen. Ist zum Beispiel durch betriebliche Gründe oder saisonale Schwankungen zu wenig zu tun, bekommen Arbeitnehmende ihren vollen Lohn, auch wenn sie die Arbeitsleistung nicht erbringen können.

Gibt es ein Arbeitszeitkonto, kann dieses zwar mit Minusstunden belastet werden. Allerdings nur dann, wenn sie durch die Arbeitnehmenden selbst entstehen, erklären die Experten. Das kann der Fall sein, wenn sie später mit der Arbeit beginnen, früher Feierabend machen oder Privates während der Arbeitszeit erledigen.

Vertragliche Regelung ist entscheidend

Wird zum Beispiel ein Arbeitsverhältnis beendet, kann es sein, dass noch solche durch Arbeitnehmende verursachte Minusstunden auf dem Arbeitszeitkonto stehen. Diese können dann mit dem letzten Gehalt verrechnet werden – laut Arbeitnehmerkammer allerdings nur, wenn es ausdrücklich so vereinbart wurde. Denn Arbeitszeitkonten müssen in Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung klar geregelt sein.

Diesen Artikel teilen

Die Kommentare sind geschlossen.

Money DAy
Anzeige
Courage 01/26 Petkovic

Neue Ausgabe

Ein Grand-Slam-Sieg blieb Andrea Petković in ihrer Tenniskarriere verwehrt. Doch dafür hat sie etwas noch Wertvolleres gewonnen: Resilienz. Denn oft war die achtfache WTA-Turniersiegerin verletzt. Monatelang kämpfte sie nach einem Kreuzbandriss gegen die Schmerzen – und für ein Comeback. Mit Erfolg. „Schwierige Phasen machen dich widerstandsfähiger“, sagt sie heute. Im Interview spricht sie zudem über die Folgen ihrer frühen Flucht aus Jugoslawien, ihre Geldanlagen und ihre neue Leidenschaft – das Schreiben.