Ein Kunstkraftwerk in München: das Bergson

Foto: ©Frank Rollitz
Foto: ©Frank Rollitz

München wächst – und damit auch stetig das Kultur- und Kunstangebot in der Stadt. Nicht im Zentrum, sondern am Rande Münchens, im westlichsten Stadtteil Aubing, hat im Frühling 2024 das Bergson-Kunstkraftwerk. Die Brüder Christian und Michael Amberger, die das mittelstänidsche Mineralölunternehmen Allguth aus der Nachbargemeinde Gräfelfing in zweiter Generation betreiben, hatten eine Vision: das marode Bauwerk in einen pulsierenden Kultur-Hub zu verwandeln. Und so verwirklichten sie auf dem Gelände des einstigen Heizwerks einfach alles auf einmal: Konzertsaal, Kunstgalerie, Nachtclub, Kaminzimmer, Kleinkunstbühne, Restaurant, Biergarten – und in jedem Raum eine Bar.

Viele Jahre wurde hier renoviert, denn die Kulturstätte befindet sich in einer denkmal-geschützten Industrieruine aus den 1920er-Jahren. Spektakulär ist das 25 Meter hohe Atrium, das Herzstück des Bergson, in dem gefeiert, getanzt und Konzerten gelauscht werden kann. Auf dem Programm stehen verschiedenste Veranstaltungen von Hoch- bis Subkultur: Ausstellungen, Klassikkonzerte, Klavierabende, aber auch Partys, Theaterstücke für Familien sowie moderierte Gespräche zu aktuellen Themen.

Christian und Michael Ambergerentdeckten das marode Bauwerk 2005. Nach jahrelanger Planung begann 2021 der Umbau. Sie haben nicht aufgegeben, als ihnen das Wasser im Keller bis zu den Knien stand. Auch nicht, als sich zeigte, dass Turmfalken unterm Dach nisteten. Und selbst von der Mopsfledermaus haben sie sich nicht stoppen lassen. Sondern ihr und den Greifvögeln einfach eigene Zimmer eingerichtet.

Bergson ist eine rein unternehmerische Initiative, die in München und Umgebung allen zugutekommen und die Kulturlandschaft bereichert. Der persönliche Antrieb der Familienunternehmer ist die Liebe zur Kultur. „Wir möchten nicht wenige Kenner, sondern möglichst alle Kunstinteressierten im Bergson begrüßen“, sagt Michael Amberger.

Ein Kulturhighlight im Kunstkraftwerk ist die Galerie König Bergson mit insgesamt drei Ausstellungsflächen. Die Galeriefläche für zeitgenössische Kunst gehört mit 2.000 Quadratmetern zu den größten in ganz Deutschland.

Am 24. Februar besuchte die Kunsthistorikerin Sonja Lechner mit ihrem Ladies and Gentlemen Art Lunch das Kunstkraftwerk. Michael Amberger begrüßte die Gäste persönlich: „Es ist sehr beglückend, dass uns Sonja Lechner mit ihrem wunderbaren Art Lunch besucht und uns hiermit verhilft, noch mehr Kunstinteressierte für das Bergson zu begeistern.“ Das diesjährige Art Lunch stand im Zeichen der Gruppenausstellung „Metaphor to Metamorphosis“, die sich mit den Themen Identität und Transformation beschäftigt.

Traditionell spricht . Lechner in ihrer Rede stets Themen der Zeit an. Dieses Jahr sprach sie vielen aus der Seele, als die die Einführung eines Schulfaches zur Medienkompetenz forderte: „Wie sollen Jugendliche mit der Bilderflut umgehen, die ihnen täglich suggeriert, dass das Leben der anderen immer großartiger erscheint? Wir brauchen ein Fach, das ihnen vermittelt, kritisch mit digitalen Inhalten umzugehen, den verantwortlichen Umgang mit persönlichen Daten lehrt und Manipulation durch KI kenntlich macht.“ Zudem forderte sie eine Transparenzpflicht für KI-generierte Inhalte: „Künstliche Intelligenz ist ein mächtiges Werkzeug, das unser Leben verbessern kann – aber nur, wenn es ethischen Richtlinien unterliegt. Sonst riskieren wir Manipulation in einem Ausmaß, das wir kaum absehen können.“

Und wer jetzt neugierig geworden ist. Die Ausstellung „Metaphor to Metamorphosis“ ist noch bis zum 16. März 2025 in der Galerie König Bergson (Galerie im Neubau) zu den nachfolgenden Öffnungszeiten zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Dienstag bis Freitag: 15:00 bis 20:00 Uhr

Samstag und Sonntag: 12:00 bis 20:00 Uhr

Am Bergson Kunstkraftwerk 2, 81245 München
Telefon: 089 44443480

Bild 1: Im Hintergrund die Gäste des Art Lunches, Bild 2: Der Range Rover Sport des Sponsors des Art Lunches, Premium Cars Rosenheim, wurde in einer spektakulären Aktion mittels Hebebühne auf die Belletage gehievt.

Bild 1: Sonja Lechner mit Michael und Silvia Amberger, Bild 2: Sonja Lechner bei ihrer Rede.

Bild 1: Sonja Lechner und Daniel Stühler (Luxury Relations Manager), der seit 10 Jahren mit Perrier Jouet Partner der Art Lunches ist; Bild 2: CSU-Politiker Josef Schmid mit Natalie Schmid, Geschäftsführerin Sternstunden e.V.

Bild 1: Silke Scheele und Alexandra Christensen (beide Ole Lynggaard); Bild 2: Miriam Reitmeier (La Mer) und Dr. Silvie Aigner (Parnass)

Alle Fotos: © Frank Rollitz / ABR-Pictures

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