Die Europäische Union exportiert in die USA nach Wert deutlich mehr Güter als sie von dort importiert. Das zeigt die Statista-Grafik mit Daten von Eurostat für das vierte Quartal des vergangenen Jahres. Besonders hoch ist der Handelsüberschuss bei Chemikalien (+26,6 Milliarden. Euro) und bei Maschinen und Fahrzeugen (+24,4 Milliarden Euro). Höhere Zölle auf diese Produktgruppen seitens der USA würden die EU also in besonders hart treffen. Beim Handel mit Energieprodukten hingegen besteht seitens der EU ein Defizit in Höhe von rund 16 Milliarden Euro – hier ist die EU von Lieferungen aus den USA abhängig, die in den letzten Jahren zu ihrem größten Energielieferanten aufgestiegen sind.
Die Exporte in andere Länder fallen geringer aus, wie die Grafik außerdem zeigt. Im Falle von Norwegen und insbesondere von China ist der Handelssaldo der EU außerdem negativ. Aus diesen Ländern importiert die EU also mehr Waren als sie dorthin exportiert. Aus Norwegen etwa importiert die EU besonders viele Energieprodukte, aus China dagegen besonders viele Maschinen und Fahrzeuge sowie andere Industriegüter.
US-Präsident Trump will heute am 2. April, den er zuletzt als “Liberation Day” bezeichnete, neue weitreichende Zölle ankündigen. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen werden die USA neue Sonderzölle auf die Einfuhr von Halbleitern, Pharmazeutika und Holz erheben. Aber auch das weitreichendste Szenario ist noch möglich: Pauschale Zusatzzölle auf alle Importe in Höhe von 20 oder sogar 25 Prozent. Welche Zölle auch immer verhängt werden, sie dürften in der Größenordnung von rund 20 Prozent liegen, berichtete die Washington Post unter Berufung auf Insider. Märkte und Analysten zeigen sich besorgt, denn auch deutsche Unternehmen wären betroffen – vor allem Autohersteller. Trump hatte zuletzt wiederholt kritisiert, dass die EU zu wenig Kraftfahrzeuge aus den Vereinigten Staaten importieren würde. (Quelle: Statista/cw)
