Flughafen Vilnius wieder wegen Ballons geschlossen

Jets von Lufthansa und AirBaltic auf dem Flughafen Frankfurt.
Jets von Lufthansa und AirBaltic. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

VILNIUS (dpa-AFX) – In Litauen ist der Flugbetrieb am Flughafen Vilnius nach der Sichtung von Wetterballons die zweite Nacht in Folge und das dritte Mal binnen einer Woche zeitweise ausgesetzt worden. Aus Sicherheitsgründen wurde der Verkehr in der Nacht zum Sonntag für mehrere Stunden wegen der Ballons eingestellt, die in Richtung des größten Flughafens des baltischen EU- und Nato-Land flogen. Dies teilte der Flughafenbetreiber mit. Die Ballons werden üblicherweise von Schmugglern verwendet, um Zigaretten aus dem autoritär regierten Nachbarland Belarus illegal nach Litauen zu schicken.

Nach Angaben des Nationalen Krisenmanagementzentrums wurden in verschiedenen Gebieten aus Belarus einfliegende Ballons entdeckt. In der Nähe des Flughafens sei zudem eine kleine Drohne gesichtet worden. Sie sei schnell identifiziert und ihr Bediener innerhalb von wenigen Minuten festgenommen worden, sagte Zentrumsleiter Vilmantas Vitkauskas im Rundfunk. Litauens Grenzschutz gab zudem die Festnahme von vier Personen bekannt, die mit dem Schmuggel auf dem Luftweg verwickelt sein sollen.

Flüge verspätet oder umgeleitet, auch Grenze dicht

Nach Angaben des Flughafens wurden mehrere Flüge umgeleitet, verzögert oder gestrichen. Insgesamt waren 25 Flüge und etwa 3.500 Passagiere von den Einschränkungen während der knapp sechsstündigen Sperre betroffen, die um 21.35 Uhr Ortszeit verhängt worden war. Aufgrund des Vorfalls wurden zudem die beiden noch offenen Grenzübergänge zu Belarus in der Nacht für mehrere Stunden vorübergehend geschlossen.

Litauens Regierungschefin Inga Ruginiene berief als Reaktion für Montag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein und schloss eine längerfristige Schließung der Grenze zu Belarus nicht aus. Zuvor waren in dieser Woche bereits zweimal Ballons in den litauischen Luftraum eingeflogen, die in der Regel nahezu senkrecht aufsteigen und die Grenze in großer Höhe überqueren. Dadurch sind sie den Behörden zufolge schwer zu erkennen.

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