Juliette Binoche: Depardieu wurde «entweiht»

Juliette Binoche leitet dieses Jahr die Jury des Hauptwettbewerbs in Cannes.
Juliette Binoche leitet dieses Jahr die Jury des Hauptwettbewerbs in Cannes. Foto: Natacha Pisarenko/Invision/AP/dpa
Gérard Depardieu ist im Verfahren um sexuelle Übergriffe schuldig gesprochen worden – seine französische Schauspielkollegin Juliette Binoche sieht darin eine Entzauberung.

Juliette Binoche hat das Urteil gegen Gérard Depardieu als eine Art Entzauberung der französischen Schauspiel-Ikone beschrieben. Bei den Filmfestspielen Cannes wurde die diesjährige Jury-Präsidentin auf Depardieus einstigen Ruf als «monstre sacré» («heiliges Monster») angesprochen – ein Begriff, mit dem man filmische Ausnahmetalente bezeichnet.

Binoche sagte dazu: «Schon die Assoziation vom “heiligen Monster” hat mich immer gestört, denn erstens ist er kein Monster, sondern ein Mann, der offenbar durch Taten, die vor Gericht kamen, entweiht wurde. Ein Filmstar ist ein Mensch, ein König ist ein Mensch, ein Präsident ist ein Mensch.»

Depardieu ist im Verfahren um sexuelle Übergriffe schuldig gesprochen worden. Das Strafgericht in Paris verhängte eine 18-monatige Haftstrafe für den 76-Jährigen, die vollständig zur Bewährung ausgesetzt ist.

Gefragt, ob das Urteil eine Reaktion auf die MeToo-Bewegung sei und vor ein paar Jahren so nicht möglich gewesen wäre, sagte die 61-jährige Binoche: «Natürlich, ja.» (dpa/cw)

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