Kakaopreis auf Rekordniveau

Hendrik Schmidt/dpa

Schokolade könnte schon bald deutlich teurer werden, denn die wichtigste Zutat, der Kakao, erreichte auf dem Weltmarkt kürzlich einen zwischenzeitlichen Rekordpreis von rund 10.000 US-Dollar pro Tonne.

Wie auch diese Infografik auf Basis der monatlichen Preisdaten der International Cocoa Organization (ICCO) zeigt, hat sich der Durchschnittspreis für eine Tonne Kakao innerhalb der vergangenen 12 Monate mehr als verdoppelt. Im Februar 2024 wurden für eine Tonne Kakaofrüchte im Schnitt rund 5.640 US-Dollar beziehungsweise 5.226 Euro bezahlt.

Grund für den rasanten Preisanstieg sind schlechte Ernteerträge in Westafrika, der Schlüsselregion des Kakaoanbaus und das daraus entstandene Angebotsdefizit. Wetterphänomene aber auch strukturelle Anbauprobleme haben beispielsweise die Ernte in der Elfenbeinküste massiv beeinträchtigt. Die Elfenbeinküste ist der weltweite Hauptproduzent von Kakao und größter Exporteur – etwa 44 Prozent des globalen Kakaos stammt aus dem westafrikanischen Land. Dementsprechend ist der Kakaomarkt auch sehr volatil. Wie wichtig Afrika für den weltweiten Kakaohandel ist, zeigt etwa eine weitere Statista-Grafik.

Zusätzlich zur Sorge über knappe physische Vorräte, verschärft sich auch die Lage am Finanzmarkt. Einige Händler, die Futures verkauft haben, benötigen nun Barmittel, um ihre Margin Calls für Derivate zu decken, was bei steigenden Märkten die Schließung vieler Short-Positionen bedeuten kann – ein Faktor, der die Preistrends weiter befeuert.

Analyst:innen warnen vor einer möglichen Verschärfung der Liefersituation. Neue Regelungen der Europäischen Union, die den Verkauf von Produkten, die zur Entwaldung beitragen, unterbinden sollen, könnten es den Schokoladenproduzenten noch schwerer machen, ausreichende Zulieferungen zu sichern. (Quelle: Statista/cw)

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