Moskau plant schärfere Strafen für Kriegsgegner

Im russischen Parlament herrscht praktisch Einstimmigkeit über die schärfere Verfolgung politischer Gegner des Kreml. (Archivbild)
Im russischen Parlament herrscht praktisch Einstimmigkeit über die schärfere Verfolgung politischer Gegner des Kreml. (Archivbild) Foto: -/The State Duma, the Lower House of the Russian Parliament/AP/dpa
Viele Kriegsgegner sind seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine aus Russland geflüchtet. Moskau erweitert die Repressionen gegen Andersdenkende und zielt auch auf die Flüchtigen.

Das russische Parlament, die Staatsduma, hat ein neues Gesetzespaket gegen Kriegsgegner auf den Weg gebracht. «Wer feige ins Ausland abgehauen ist und von dort weiter unserem Land schadet, ukrainische Nazis finanziert, die russische Armee diskreditiert und zu Verbrechen gegen Russland aufruft, muss begreifen, dass er sich dafür verantworten muss», sagte Duma-Chef Wjatscheslaw Wolodin der offiziellen Homepage des Parlaments zufolge. Die von mehr als 400 Abgeordneten eingebrachten Gesetze wurden in erster Lesung angenommen. Für die Verabschiedung sind drei Lesungen nötig.

In einem der Gesetze wird der Begriff des «Auslandsagenten» erweitert. Dazu sollen nun etwa auch Russen erklärt werden können, die internationalen Organisationen helfen, «die gegen die Interessen Russlands» arbeiten. In einem zweiten Gesetz werden 20 neue Straftatbestände eingeführt, bei denen Angeklagte auch in Abwesenheit verurteilt werden können. Dazu zählen etwa die «Verbreitung von Falschmeldungen» und «Diskreditierung der russischen Armee».

Zudem ist angedacht, auch die Strafen für Kriegsgegner zu verschärfen: Für die «eigennützige Unterstützung» internationaler Organisationen sind sieben Jahre Haft vorgesehen, für die «Diskreditierung der Armee» oder Aufrufe zu Sanktionen gegen Russland fünf Jahre. Auch der Vermögenseinzug soll möglich sein. Die russische Führung hat bereits nach der vor mehr als drei Jahren begonnenen Invasion der Ukraine die Gesetze gegen Kriegsgegner im eigenen Land drastisch verschärft. (dpa/cw)

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