November und Dezember in Deutschland sind nicht gerade als Wonnemonate bekannt. Es ist grau, es ist kalt, es ist dunkel und so richtig will bei Nieselregen und 8 Grad auch keine vorweihnachtliche Stimmung aufkommen. Für den Einzelhandel jedoch, sind die zwei letzten Monate des Jahres zugleich die wichtigsten. 18,5 Prozent des Jahresumsatzes erzielte der deutsche Einzelhandel im vergangenen Jahr im November und Dezember. Bei Gleichverteilung läge der Umsatzanteil bei zwei Zwölftel, also 16,7 Prozent.
„Das Jahresende entscheidet bei vielen Unternehmen über die Bewertung des gesamten Geschäftsjahres,“ so Alexander von Preen, Präsident des Handelsverbands Deutschland. In diesem Jahr blickt die Branche allerdings eher vorsichtig auf den Jahresendspurt. Der HDE erwartet für das diesjährige Weihnachtsgeschäft einen Umsatz von 126,2 Milliarden Euro, was einem Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Inflationsbereinigt entspricht diese Prognose bestenfalls einem Nullwachstum.
Im vergangenen Jahr hatte die Branche im Weihnachtsgeschäft laut Daten des Statistischen Bundesamts noch ein preisbereinigtes Umsatzplus von 2,7 Prozent erzielt. Wie unsere Grafik zeigt, waren die vergangenen zwei Jahre keine leichten für den deutschen Einzelhandel. Sowohl 2023 als auch 2024 lag der preisbereinigte Gesamtumsatz unterhalb des Levels der Vorjahre. Die Inflation hat die Konsumlaune deutlich getrübt und auch in diesem Jahr zwingen die hohen Preise viele Verbraucher zum Sparen – auch im Weihnachtsgeschäft. Laut HDE erwarten 80 Prozent der befragten Handelsunternehmen zurückhaltende Verbraucher, 83 Prozent rechnen damit, dass die Kunden angesichts der Preisentwicklung stärker auf den Preis achten werden. (Quelle: Statista/cw)




