FRANKFURT (dpa-AFX) -Der Dax DE0008469008
hat am Freitag eine schwache Woche mit Verlusten beendet. Zum Handelsende notierte der deutsche Leitindex 0,57 Prozent tiefer bei 23.902,21 Punkten, womit sein Wochenminus auf 1,9 Prozent wuchs. Für den Börsenmonat August steht hingegen nur ein Kursrückgang um 0,7 Prozent zu Buche und seit Jahresbeginn immer noch ein international herausragendes Plus von 20 Prozent. Der MDax DE0008467416
der mittelgroßen Unternehmen verabschiedete sich am Freitag 0,24 Prozent schwächer mit 30.286,90 Punkten.
Dem Dax drohe im Ringen um die 24.000-Punkte-Marke die Kraft auszugehen, warnte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. “Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.” Panikartige Verkäufe sind dem Experten zufolge allerdings nicht zu befürchten. Bereits bei 23.500 Punkten sieht er die nächste Haltelinie für den Dax, der inzwischen ein gutes Stück von seinem Rekordhoch bei 24.639 Punkten aus dem Juli zurückgefallen ist. Konjunkturdaten von beiden Seiten des Atlantiks hatten vor dem Wochenende wieder einmal keinen Einfluss auf die Kurse.
An Europas Börsen dominierten ebenfalls negative Vorzeichen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145
sank letztlich um 0,8 Prozent. In Zürich ging der SMI CH0009980894
0,3 Prozent tiefer aus dem Handel. Ähnlich fiel der Kursrückgang beim Londoner FTSE 100 GB0001383545
aus. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048
notierte zum europäischen Handelsschluss 0,4 Prozent tiefer, und für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026
ging es um 1,2 Prozent bergab.
Am deutschen Aktienmarkt griffen die Anleger bei Rüstungswerten beherzt zu: Rheinmetall DE0007030009
führte mit einem Kursplus von 3,2 Prozent die Gewinnerliste im Dax an, während Hensoldt DE000HAG0005
und Renk DE000RENK730
mit Kursaufschlägen von 3,4 und 2,7 Prozent im MDax weit vorn lagen. Der am Nachmittag bekannt gewordene Verkauf der restlichen Renk-Beteiligung des Finanzinvestors Triton gab dem Aktienkurs nur einen kurzfristigen zusätzlichen Schub. Im bisherigen Jahresverlauf belegen die drei Titel ebenfalls Spitzenplätze.
Schaeffler-Papiere DE000SHA0019
profitierten als bester Titel im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386
mit plus 5,5 Prozent von einer neuen Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup. Der Auto- und Industriezulieferer könnte sich zu einem Champion im Bereich Hardware für humanoide Aktuatoren entwickeln, ein Markt, dessen Volumen bis zum Jahr 2050 auf mehr als eine Billion US-Dollar geschätzt werde, schrieb Analyst Ross Macdonald. Humanoide Aktuatoren sind elektrische, hydraulische oder pneumatische Antriebssysteme, die Bewegungen menschenähnlicher Roboter ermöglichen.
Die Aktien von Gerresheimer DE000A0LD6E6
schlossen nach der überraschenden Bekanntgabe eines neuen Finanzchefs 1,6 Prozent fester. Im Verlauf des Monats waren sie auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2014 gefallen. Die Veränderung im Management des Verpackungsspezialisten sei lange überfällig, und der neue Finanzchef dürfte von den Anlegern mit offenen Armen empfangen werden, schrieb Analyst Pallav Mittal von der britischen Bank Barclays.
Dagegen knüpfte SDax-Schlusslicht Fielmann DE0005772206
mit minus 3,9 Prozent an den schwachen Vortag an. Die Anleger fragten sich offenbar weiter, ob die tags zuvor bestätigten Jahresziele der Optikerkette möglicherweise doch zu hoch liegen./gl/stw
— Von Gerold Löhle, dpa-AFX —