Sicherheitsamt warnt: Cyberangriffe auf Bankkunden steigen

Cyberkriminalität: Die Attacken auf Bankkunden nehmen zu. (Symbolbild)
Cyberkriminalität: Die Attacken auf Bankkunden nehmen zu. (Symbolbild) Foto: Philip Dulian/dpa
Phishing-Mails, gefälschte Webseiten, Anrufe unter falschem Namen: Betrüger versuchen mit ausgefeilten Maschen, an das Geld von Bankkunden zu gelangen. Wie Verbraucher sich schützen können.

Frankfurt/Main (dpa) – Bankkunden in Deutschland müssen sich aus Sicht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf wachsende Angriffe von Betrügern einstellen. Die Kurve der Fälle gehe nach oben, sagte BSI-Präsidentin Claudia Plattner am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung des Bankenverbands in Frankfurt. 

In vielen Fällen würden die Angreifer gewinnen, auch wenn Banken schon viel in Abwehrmaßnahmen investiert hätten. Verbraucher müssten sich bei zweifelhaften Mails oder Anrufen immer fragen: «Sollte ich da wirklich drauf klicken? Sollte ich da wirklich zurückrufen?» Immerhin schwäche sich das Wachstum bei den Cyberangriffen ab. 

«Die Betrüger sind ungeheuer gewieft» 

Ingrid Hengster, Deutschlandchefin der britischen Barclays Bank und im Vorstand des Bankenverbands für das Thema Cyberbetrug zuständig, warnte vor ausgefeilten Tricks. «Die Betrüger sind ungeheuer gewieft.» 

Verbraucher müssten stets wachsam sein, ihre Passwörter schützen und sollten diese niemals rausgeben. Betrügerische Angriffe beträfen nicht nur alte Menschen, sondern auch Junge. 

Banken schulten ihre Mitarbeiter, indem sie etwa Angriffe auf Kundenkonten simulierten. Auch gäben sie Warnhinweise bei auffälligen Zahlungen, sagte Hengster. «Den hundertprozentigen Schutz gibt es aber nicht.» 

Viele Bankkunden betroffen 

Attacken auf Bankkunden sind weit verbreitet: In einer Umfrage des Bankenverbands von Herbst 2025 gab knapp ein Viertel der gut 1.000 Befragten an, sie seien binnen zwei Jahren Opfer eines gelungenen oder versuchten Online-Betrugs geworden. Die häufigsten Angriffsszenarien betreffen demnach Online-Shopping (34 Prozent), Phishing (30 Prozent) und Identitätsbetrug (22 Prozent). 

Bei Phishing geben sich Kriminelle zum Beispiel als vertrauenswürdige Stellen wie Banken oder Behörden aus, um etwa über gefälschte E-Mails oder Websites an Passwörter, Kreditkartennummern oder Bankdaten zu gelangen. 

Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Ratgebers Finanztip, warnte vor Tricks, mit denen Bankkunden zur Überweisung auf Konten von Betrügern gebracht werden. Gerade wenn das Geld im Ausland lande, etwa in Malta, werde die Strafverfolgung sehr schwierig.

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