Stil & Shopping: Burberry

Illustration: LLUSTRATION: mar10
Illustration: mar10

Burberrys Trenchcoat ist Ikone und Archetyp zugleich: ein Mantel, der Stil und Funktionalität mit britischer Tradition vereint. In Kombination mit dem Karomuster prägt er eine Mode, die sich zwischen
Understatement und Businesseleganz entfaltet

von Julia Marten

Es gibt Kleidungsstücke, die über ihren praktischen Nutzen hinaus kulturelle Bedeutung erlangen. Der Trenchcoat von Burberry ist ein solches Symbol. Er verkörpert britische Eleganz, verlässliche Funktionalität und eine Form von Upperclass-Understatement, die über Generationen hinweg ihre stylishe Strahlkraft bewahren konnte. 

Die Geschichte beginnt 1856, als Thomas Burberry, gerade mal 21 Jahre alt, im südenglischen Basingstoke sein Geschäft für Oberbekleidung gründet. Burberrys entscheidende Innovation war Gabardine: leicht, strapazierfähig, wasserabweisend und atmungsaktiv. Aus diesem knitterarmen Kammgarngewebe entstand ein Mantel, der zunächst für Offiziere im Ersten Weltkrieg designt wurde: der Trenchcoat. Seine charakteristischen Details – Schulterklappen, Gürtel, Riegel, Sturmblende – prägen bis heute seinen Stil.

Von den Schlachtfeldern wanderte der Mantel in die Metropolen. In den 1920er- und 1930er-Jahren etablierten ihn Intellektuelle, Politiker und Filmschauspieler als Zeichen moderner Eleganz. Aber erst Hollywood verhalf dem Trenchcoat endgültig zu seinem Status als Modeikone: Humphrey Bogart in „Casablanca“ (1942) und Audrey Hepburn in „Frühstück bei Tiffany“ (1961) machten den Mantel zu einer Projektionsfläche für Coolness und Style. 

Nicht weniger prägend als der Trenchcoat selbst erweist sich das Burberry Check, jenes berühmte karierte Muster in Kamelhaarbraun, Schwarz, Weiß und Rot. Zunächst als dezentes Futter eingeführt, wurde es über die Jahrzehnte zum weltweit bekannten Markenzeichen. Ab den 1960er-Jahren trat es stärker hervor – auf Schals, Taschen und Regenschirmen. Eine Phase der Überpräsenz in den 1990ern drohte das Muster ins Klischee kippen zu lassen. Doch Burberrys Designer interpretierten das Karo neu – fragmentiert, vergrößert, abstrahiert – und gewannen so seine Aura zurück. Heute steht das Burberry Check wieder für kultivierte Modernität und die Balance zwischen Tradition und Innovation. Für modebewusste Frauen steht es für ein Muster, das subtil wirkt und den eigenen Stil unterstreicht, ohne zu dominieren. 

Im Businesskontext entfaltet der Trench seine besondere Kraft – wie eine Rüstung, die Schutz bietet, ohne Härte zu zeigen, und Haltung vermittelt, ohne zu versteifen. Klassisch in Beige getragen, ergänzt er einen Hosenanzug ebenso selbstverständlich wie ein elegantes Kleid. Wer bewusst Akzente setzt, kann den Mantel offen tragen und das ikonische Check-Futter subtil sichtbar machen – als diskrete, aber unverkennbare Luxus-Chiffre. Auch als Kombi-Piece beweist er seine Klasse: Über einer schmal geschnittenen Bluse mit Bleistiftrock wirkt er ebenso als klassische Ergänzung, wie er zu einer weiten Marlenehose passt. Mit Loafern und Pantyhose entsteht ein perfekter britischer Look, mit Pumps oder Stiefeletten eine moderne feminine Note. Ein schmal gebundener Gürtel betont die Taille, während eine locker offene Silhouette mehr Lässigkeit signalisiert. So wird der Burberry-Trenchcoat für viele Frauen zur stilistischen Konstante, die Professionalität und Weiblichkeit gleichermaßen ausdrückt. 

Am Ende erzählen der Mantel und das Check-Muster nicht nur britische Geschichte, sondern auch von weiblicher Selbstinszenierung. Sie sind eine Leinwand, auf der jede Frau ihren eigenen Ausdruck findet. Denn es sind gerade diese beständigen Teile, die Halt geben – und zugleich die Freiheit, sie immer wieder neu zu interpretieren.


Original: Unser kompletter Burberry Look für 7965 €

1 Trenchcoat „Fitzrovia“ aus Gabardine, Clam-Beige, ca. 2280 €
2 Fischerhut, wendbar (Check) aus Gabardine, XS–XL, ca. 395 €
3 Kaschmirschal in Check, Vintage-Beige, 168 x 30 cm, ca. 495 €
4 Rucksack „Horseshoe“ mit Magnetverschluss, ca. 1330 €
5 Trenchcoat „Castleford“ aus Gabardine, Hamper, ca. 2390 €
6 Regenstiefel „Marsh Stamp“ mit Futter, 35–42, ca. 595 €
7 Taschenschirm in Check (Ø 117 cm), Ahornholzgriff, ca. 480 €


Kopie: Unser von Burberry inspirierter Look für 643 €

1 Fischerhut, 100 % Baumwolle, XS–L, von Adidas Performance, ca. 25 €
2 Trenchcoat, zweireihig, recyceltes Polyester, Beige, von H & M, ca. 55 €
3 Schal, „Cashmink Plaid Karo“, Camel, 35 x 200 cm, von Fraas, ca. 36 €
4 Trenchcoat aus Baumwollgabardine, von Manufactum, ca. 330 €
5 Rucksack „Nova Mid-Volume“, 2 Tragegriffe, von Herschel, ca. 100 €
6 Regenschirm „MinimaticSL“, 97 cm Ø, Polyester, von Knirps, ca. 60 €
7 Gummistiefel „Pepita“, Naturkautschuk, 36–42, von Beck, ca. 37 €


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