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TechAward-Preisträgerin Mona Ghazi: Mit Optimo zu Industrie 4.0

Mona Ghazi ist Co-Gründerin und CEO von Optimo
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Mona Ghazi ist mit 20 Jahren CEO und Co-Founderin von Optimo, einer Weiterbildungsplattform für Mitarbeitende in der Produktion. Wie das Opti-Team Arbeiter:innen auf die Industrie 4.0 vorbereitet, wie die Gen Z tickt und woher die ersten Gelder für ihr Startup kamen, haben wir nachgefragt. 

Von Fanny Zschau

courage-online.de: Liebe Mona, wir haben uns im WLOUNGE House kennengelernt, als du und dein Mitgründer Rinusan Navakumaran als kleines Startup-Duo gerade eingezogen seid. Mittlerweile ist viel passiert – ihr habt den ersten Preis bei der WLOUNGE TechAward Gala 2022 in der Kategorie New Work gewonnen. Ihr seid Techstars 2022, habt das erste Kapital eingesammelt und neue Mitarbeiter:innen eingestellt. Würdest du sagen, es läuft optimal für Optimo? 

Mona Ghazi: Ich würde sagen, es läuft sehr gut, es gibt aber auch noch viel zu optimieren. Wir sind im Oktober 2021 gestartet, haben die ersten glücklichen Kunden. Mit als erstes haben Jens und Felix Fiege – Geschäftsführer eines weltweit führenden Logistik Unternehmens – in uns investiert, weil sie an unsere Idee glauben und großes Potenzial in Optimo sehen. 

Gratulation! Wie seid ihr auf die Idee von Optimo gekommen? 

Mein Mitgründer Rinu und ich haben uns in einem Innovationsprogramm von Futury kennengelernt. Dort haben wir mithilfe eines Teams von Bain & Company, große mittelständische Produktionsfirmen kennengelernt. Meine Eltern sind beide Maschinenbauingenieure und ich fand es spannend zu verstehen, wie Produktionen während des Lockdowns laufen. Ich habe nachgefragt, ob die Zeit des Stillstands für Weiterbildung genutzt wird und festgestellt, dass es einen riesigen Bedarf für New Work Konzepte gibt. So fing es an und noch während des Programms haben wir die Vision entwickelt, die führende Weiterbildungsplattform für Chancengleichheit und Diversität zu werden. 

Also ein Impact Startup. Was meinst du mit Chancengleichheit konkret? 

Uns geht es um eine Gleichstellung zwischen Blue Collar und White Collar Arbeiter:innen. Während viele im Blaumann weiter Schichtarbeit am Band leisten mussten, hatten es geistig Mitarbeitende sehr viel leichter, konnten aus dem Homeoffice arbeiten und erhielten Weiterbildungen zum Thema Digitalisierung. Die nicht gut Deutsch sprechenden Arbeiter:innen hat man dabei in den HR-Abteilungen oft vergessen. Dafür wollen wir eine Lösung schaffen – deshalb ist unsere App multilingual, so können auch Leiharbeitnehmer:innen über einen einfachen Algorithmus und eine Google Translate API in Weiterbildung eingebunden werden. 

Wenn Deutschland führend im Wettbewerb bleiben will, müssen Mitarbeiter:innen stetig geschult werden. 

Wie würdest du deinen Start als junge Gründerin in der Tech-Branche beschreiben? 

Ich wusste schon mit 14, dass ich Unternehmerin für Software-Produkte werden will. Ich habe also parallel neben der Schule angefangen, Wirtschaftswissenschaften an der Fernuni Hagen zu studieren. Im Nachhinein betrachtet, war dieses Studium aber eine reine Zeitverschwendung, deshalb habe ich zwei Klassen übersprungen und nach dem Abi aus Interesse noch ein Informatikstudium an der XU Exponential University in Potsdam abgeschlossen. Hier ging es auch viel um New Work. 

New Work ist ein weites Feld, wie geht ihr mit euren Wettbewerbern um und was macht ihr anders als andere?

Wir halten es mit David Runciman, der das Buch Competition is for Losers geschrieben hat. Optimo ist eine Lern-App für Blue Collar Arbeiter:innen und hat damit ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt. Der Markt ist groß genug für uns alle und ich mag den Wettbewerb, weil er dabei hilft, uns kontinuierlich zu verbessern. Wir tauschen uns auch oft mit unseren Mitstreiter:innen aus, brainstormen zusammen und helfen uns beim gegenseitigen Upscaling. 

Optimo setzt also auf Kollaboration, statt auf Konkurrenz. Würdest Du sagen, das ist auch Prinzip der Generation Z? 

Ja, ich glaube, das ist üblich in der Gen Z. Ich durfte das erste Kapitel im gleichnamigen Spiegel-Bestseller schreiben, in dem 28 Autor:innen erzählen, was die Gen Z ausmacht, wie man sie als Unternehmen für sich begeistert und die Arbeit der Zukunft aussehen kann. Ich teile darin meine Erfahrungen auf Basis meiner Arbeit mit mittelständischen Produktionsunternehmen und den Gesprächen mit gleichaltrigen Freunden, die kurz vor Ende ihres Studiums stehen und demnächst anfangen zu arbeiten. Viele davon wollen lieber selbst gründen als in alten Arbeitsstrukturen ohne Impact zu arbeiten. 

Wie habt ihr als junge Gründer eure Finanzierung erhalten? 

Im ersten Schritt haben wir eine Staatliche Förderung über den SIBB Startup Accelerator bekommen. Als eines der Top-ein-Prozent-Unternehmen, des Techstars accelerator 2022 konnten wir dann ein Wandeldarlehen aufnehmen. Derzeit umgeben wir uns mit Business Angels, die selbst Kunden sind oder Netzwerke zu Kunden haben. 

Haben die Gründerin des WLOUNGE Netzwerks Mali M. Baum und das WLOUNGE House für euren erfolgreichen Start auch eine Rolle gespielt? 

Mali hat uns von Anfang an mit ihrem Netzwerk unterstützt und uns viele Türen zu Multiplikator:innen aufgemacht. Das WLOUNGE House ist für uns ein geborgener Ort, wo wir andere Gründer:innen und Gleichgesinnte treffen. Im Vergleich zu anderen Coworking-Spaces ist das Niveau der Menschen, die dort zusammenkommen, auch sehr hoch. Wir können dort täglich weiter lernen und wachsen. 

WLOUNGE TECHAWARDS GALA 
Unter dem Motto Women Drive Innovation wurden am 10. September in Berlin zum zweiten Mal die Tech Awards verliehen. Als Abschluss und Highlight der Telekom Startupnight erhielten Pionier:innen der Startup- und Tech-Branche in zehn Kategorien einen Award für ihre innovativen Ideen, durch die sie sowohl das deutsche als auch internationale Tech‑Ökosystem fördern. Initiiert wurde die Tech Awards Gala von der Serienunternehmerin und Investorin Mali. M. Baum und WLOUNGE, der größten Netzwerkplattform für Vorreiter:innen der Tech-Branche.

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