US-Zölle auf Stahl & Aluminium: Kaum Folgen für die EU?

Trump hat neue Zölle auf Stahl und Aluminium angekündigt. (Archivbild)
Trump hat neue Zölle auf Stahl und Aluminium angekündigt. (Archivbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Wie wirken sich die 25-prozentigen Zölle der Trump-Regierung auf alle Stahl- und Aluminiumimporte auf die Handelspartner der USA aus? Modellschätzungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zeigen, dass die Vereinigten Staaten damit zumindest kurzfristig allen Importländern schaden, aber vor allem auch der eigenen Wirtschaft einen Bärendienst erweisen.

Für die Europäische Union bedeuten die Einfuhrzölle auf kurze Sicht sogar nur einen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts um etwa 0,02 Prozent. Betroffen sind laut den Analyst:innen nur etwa fünf Prozent der gesamten EU-Exporte, von denen nur ein geringer Teil in die USA exportiert wird. Deutschland ist von den EU-Ländern noch am stärksten betroffen, insbesondere wegen der Automobilindustrie. Der Modellschätzung zufolge schrumpft die deutsche Wirtschaft durch die Zölle kurzfristig um etwa 0,03 Prozent.

Deutlich stärker betroffen sind hingegen die direkten Nachbarn der USA. Mexikos reales BIP sinkt um etwa 0,19 Prozent, Kanada trifft es mit einem Minus von 0,39 Prozent am härtesten. Kanadas Stahl- und Aluminiumindustrie ist sehr abhängig von den Vereinigten Staaten, weshalb das Land besonders anfällig für Zölle ist und hier eine Schwachstelle im Handelskrieg mit den USA offenbart.

Die Expert:innen kommen jedoch auch zu dem Schluss, dass Trumps Zoll-Entscheidung letztlich auch der USA-Wirtschaft schadet. Preissteigerungen von etwa 0,41 Prozent bedeuten eine erhöhte Inflationsrate. Die Importe der Metalle werden sich deutlich verringern und gleichzeitig teurer werden, was wiederum die Inlandsindustrie belasten wird. Der Preisanstieg dürfte wie in den meisten Fällen direkt an die Kunden im Inland weitergegeben werden. Gleichzeitig müssen die fehlenden Importe durch Inlandsproduktion gedeckt werden, wodurch Exporte um schätzungsweise 1,37 Prozent sinken und somit den US-Außenhandel schwächen. (Quelle: Statista/cw)

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