Um 5,5 Prozent haben die Tariflöhne laut einer Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans Böckler-Stiftung 2024 nominal zugelegt – das entspricht exakt dem Wachstum des Vorjahres. Da die Preise im Vergleich zu den Rekordjahren 2022 und 2023 wieder deutlich langsamer steigen, erhalten die Tarifbeschäftigten mit durchschnittlich 3,2 Prozent erstmals wieder einen deutliche Gehaltsplus. Zuvor waren die Reallöhne drei Jahre hintereinander zurückgegangen, wie der Blick auf die Statista-Grafik zeigt.
Die Zuwachsrate des vergangenen Jahres kann diesen Einbruch etwa zur Hälfte kompensieren, sagt Prof. Dr. Thorsten Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs. Schulten sieht außerdem eine direkte Verbindung zur schwächelnden Konjunktur: “Die reduzierte Kaufkraft der Beschäftigten ist ein wesentlicher Grund für die schwache Konjunkturentwicklung in Deutschland“, sagt Schulten. „Auch wenn die Einkommen der Beschäftigten in diesem Jahr wieder Boden gut gemacht haben, besteht also weiterhin erheblicher Nachholbedarf.” (Quelle: Statista/cw)
