Das Verbändebündnis „Soziales Wohnen“ hat im Jahr 2019 erstmals das damals für das Jahr 2030 erreichbare Ziel eines Sozialwohnungsbestandes von rund 2 Millionen Sozialwohnungen in Deutschland formuliert. Im Jahr 2023 gab es in Deutschland rund 1,072 Millionen Sozialwohnungen. Um die Zielmarke von rund 2 Millionen Sozialwohnungen im Jahr 2030 zu erreichen, müssten in den kommenden Jahren noch mehr als 900.000 neue Wohneinheiten geschaffen werden.
Erschwerend kommt hinzu, dass zwischen den einzelnen Bundesländern zum Teil beträchtliche Unterschiede bei der Anzahl der bis 2030 zu schaffenden Sozialwohnungen bestehen. Dies liegt an der unterschiedlichen Dichte an Sozialwohnungen. Wie die Statista-Grafik mit Daten einer aktuellen Studie des Pestel Instituts und der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen veranschaulicht, ist die Hansestadt Hamburg noch am besten mit Sozialwohnungen versorgt: je 1.000 Mieterhaushalte gibt es hier 107 Sozialwohnungen. In vielen ostdeutschen Bundesländern und im Saarland ist die Sozialwohnungsquote hingegen deutlich niedriger.
Zu den Gründen für die geringe Zahl an Sozialwohnungen zählen, dass der soziale Wohnungsbau in Deutschland von Unternehmen der Immobilienwirtschaft größtenteils als unattraktiv wahrgenommen wird. Die im Vergleich zum frei finanzierten Wohnungsbau geringere Rendite, Mietpreisbindungen und eine abschreckende Wirkung des sozial schwachen Mieterklientels lassen viele Investoren zögern, in den sozialen Wohnungsbau zu investieren. Auch die Förderprogramme werden seitens der Unternehmen als unzureichend kritisiert. (Quelle: Statista/cw)
