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Beruf und Berufung: In fünf Schritten zum passenden Job

Svea Joisten, Mindset- und Business-Coach
Svea Joisten, Mindset- und Business-Coach, ©Bonny Franke
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Sie zweifeln, ob Ihr Job zu Ihnen passt? Und wünschen sich insgeheim, Ihre Berufung zu finden und auszuleben? Eine Hilfestellung in fünf Schritten.

Von Svea Joisten, Mindset- und Business-Coach

Eine tiefe Gewissheit treibt immer mehr Menschen um: Sie spüren, dass ihr Berufsalltag an ihrer Lebenszufriedenheit nagt – und dass sie eigentlich etwas ganz anderes machen wollen. Kurzum: Sie sehnen sich danach, ihre Berufung zu finden. 

Doch was ist überhaupt der Unterschied zwischen Beruf und Berufung? Unter Berufung versteht man Selbstverwirklichung. Wer seine Berufung gefunden hat, arbeitet mit absoluter Leidenschaft. Ein Beruf hingegen ist eine Tätigkeit, mit der man primär seinen Lebensunterhalt sichert. Für viele Menschen ist es ein Lebensziel, die eigene Berufung zu finden. Aber eines, das oft schwer umzusetzen ist.

Der Weg dorthin verläuft meist in Phasen. Er beginnt mit der Phase der Realisierung, in der Sie sich vielleicht schon befinden. Sie realisieren, dass Ihr aktueller Job Sie nicht mehr zufriedenstellt, der Druck zur Veränderung größer wird. Sie beginnen vielleicht auch, Stellenangebote zu lesen. Dann kommen womöglich erste Selbstzweifel auf: Sie hinterfragen Ihren Veränderungswunsch und sind vielleicht kurz davor, ihn aufzugeben. Das ist die Phase der Resignation. Hier ist Ihr Durchhaltevermögen gefragt.

Wenn Sie diese Phase überstanden haben, folgt die des Ausprobierens und Sich-selbst-Kennenlernens. Dabei verlassen Sie Ihre Komfortzone und gewinnen viele neue Erkenntnisse über sich.

Am Schluss kommt die Phase der Umsetzung, in der die eigene Vision Ihrer Berufung noch klarer für Sie wird. Auch hier können immer wieder neue Herausforderungen auf Sie zukommen, die Sie zunächst verunsichern. Bleiben Sie trotzdem dran! Daran können Sie wachsen, um letztlich wirklich Ihre Berufung zu finden – und auszuleben.

An den verschiedenen Phasen lässt sich auch ablesen, warum sich so wenige Menschen auf ­diesen Prozess einlassen und am Ende in ihren unbefriedigenden Jobs hängen bleiben: Der Prozess braucht Zeit. Man muss sich intensiv mit seinen Werten, Stärken, Talenten und seinen Zielen auseinandersetzen. Sie fragen sich, wie Sie das alles ­erfolgreich meistern? Fünf Schritte, die ich gern mit Ihnen teilen möchte, können Ihnen dabei helfen:

Schritt 1: Schaffen Sie Klarheit

  • Das ist besonders wichtig in Ihrer Sich-selbst-Kennenlernphase. Nur wenn Sie Klarheit haben, können Sie abschätzen, wie es weitergeht. Diese Fragen können Sie auf die richtige Spur bringen:
    Was gefällt mir an meinem aktuellen Job? Was gefällt mir nicht?
  • Was hat mir an meinen vorigen Jobs gefallen?
  • Welche Rahmenbedingungen (z. B. Arbeitszeiten, Homeoffice-Regeln, Dresscodes) sind mir wichtig?
  • Worin bin ich besonders gut?
  • Welche meiner Fähigkeiten möchte ich beruflich in Zukunft vor allem einsetzen?

Manchen Menschen fällt es gar nicht so leicht, sich selbst einzuschätzen. Fühlen Sie sich angesprochen? Dann fragen Sie doch mal in Ihrem Umfeld nach, welche Stärken und Talente Ihnen zugeschrieben werden.

Schritt 2: Verbinden Sie sich mit Ihren Werten

Auf die eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen zu achten ist wichtig. Noch wichtiger sind jedoch die eigenen Werte. Werte sind tief verwurzelte Überzeugungen und Bedürfnisse, die sehr fest in uns verankert sind. Das kann zum Beispiel die Überzeugung sein, dass man mit Fairness unterm Strich weiter kommt als mit fiesen Tricks. Oder aber die Ansicht, dass die Berufswelt eine Art Arena ist, in der sich die Stärkeren durchsetzen. Solche Werte entwickeln sich schon in unserer Kindheit, durch die Erziehung. Sie sind schwer veränderbar, prägen unser Denken, unsere Handlungen und unseren Charakter. Dass Menschen die Werte, die ihnen wichtig sind, nicht richtig leben können, ist ein häufiger Grund für Unzufriedenheit im Job. Wenn Sie sich bewusst machen, an welchen Werten Sie Ihr Berufsleben ausrichten wollen, gewinnen Sie an Authentizität und Lebensfreude.

Mein Tipp: Schreiben Sie sich Ihre drei wichtigsten Werte auf und priorisieren Sie diese. Dann können Sie überlegen, wie Sie die Werte in Ihren Berufsalltag besser integrieren können.

Schritt 3: Entwickeln Sie ein Growth Mindset

Das Mindset beschreibt unsere Denk- und Verhaltensweisen und wird ebenfalls in unserer Erziehung geprägt, aber auch durch die berufliche Laufbahn. Man kann zwischen einem Growth und einem Fixed Mindset unterscheiden. Ein Fixed Mindset ist eher unflexibel. Das heißt, man geht davon aus, dass man mit bestimmten Fähigkeiten geboren ist und diese nicht veränderbar sind. Ein typischer Satz aus dem Fixed Mindset ist: „Ich bin nicht gut genug für meinen Traumjob.“

Menschen mit einem Growth Mindset denken hingegen wachstumsorientiert. Sie glauben an ihre Lernfähigkeit und Potenziale. Ein typischer Satz aus dem Growth Mindset ist: „Ich kann mir die fehlenden Qualifikationen für meinen Traumjob aneignen.“

Mit einem Fixed Mindset kann es sehr schwer sein, die Phase der Resignation zu überstehen und weiterhin nach seiner Berufung zu suchen. Vor allem deshalb ist es so wichtig, ein Growth Mindset zu entwickeln. Die gute Nachricht: Anders als die Werte lässt sich das Mindset recht gut verändern. Dafür dürfen Sie Selbstzweifel loslassen, mutig sein und neuen Situationen und Herausforderungen offen gegenüberstehen.

Schritt 4: Kreieren Sie eine Vision für sich

Unter einer Vision versteht man den angestrebten Zielzustand. Sie entsteht nicht im hektischen Berufsalltag. Um sie zu entwickeln, braucht es Zeit, Inspiration und Kreativität. Dabei können Bücher, Podcasts, Gespräche mit dem Umfeld, die Teilnahme an Workshops, Coaches oder Mentorinnen und Mentoren helfen. Die Vision ist wichtig, um ein konkretes Ziel vor Augen zu haben. Auch hier bringen einen die richtigen Fragen weiter:

  • Wie sieht der optimale Alltag für mich aus?
  • Was würde ich den ganzen Tag am liebsten tun?
  • Mit wem würde ich gern zusammenarbeiten?
  • Wo würde ich arbeiten wollen?
  • Welchen Sinn soll meine Arbeit machen?

Nachdem Sie Ihre Vision kreiert haben, ist der Realitätscheck wichtig. Wie weit ist Ihre Vision von Ihrem aktuellen Berufsalltag entfernt? Was und wen müssen Sie auf Ihrem Weg dorthin noch einbeziehen?

Schritt 5: Beginnen Sie mit der Umsetzung

Sobald Sie Ihr Ziel klar vor Augen haben, folgt die Umsetzung. Hilfreich ist es, sich Teilziele zu setzen. So können Sie schon mit kleinen Schritten starten und erzielen erste Erfolge. Fragen Sie sich: Was kann ich morgen schon verändern, um meinem Ziel ein Stückchen näher zu kommen?

Auch während der Umsetzungsphase tauchen wahrscheinlich immer wieder neue Herausforderungen auf. Um sie zu meistern, ist es wichtig, sein eigenes „Warum“ zu kennen. Warum ist es Ihnen wichtig, Ihre Berufung zu finden? Was verbessert sich dadurch für Sie? So halten Sie die Motivation hoch und verlieren Ihr Ziel nicht aus den Augen. 

Sie werden sehen, dass wahrscheinlich auch Ihr Weg zur Berufung ein paar Steine und Hürden für Sie bereithält – aber dass es sich lohnt, diese zu überwinden. Das mag anstrengend sein. Aber wenn Sie durchhalten, winkt eine große Belohnung: mehr Zufriedenheit im Job!

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