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„Job Ghosting”: Wenn der potenzielle neue Arbeitgeber plötzlich einfach abtaucht

Foto: Gaby Wasensteiner / LinkedIn
Foto: Gaby Wasensteiner / LinkedIn
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„Ghosting” gibt es leider nicht nur beim Dating – auch in der Berufswelt ist diese Praxis bei der Jobsuche verbreitet. Auf eine eingereichte Bewerbung oder sogar ein erstes Kennenlerngespräch folgt seitens der Recruiter immer häufiger kein Anruf, keine E-Mail, keine Rückmeldung an den Bewerber – sondern einfach nur Stille.

Eine aktuelle Umfrage von LinkedIn zeigt: Einer von fünf Befragten (20 Prozent) hat bereits Erfahrungen mit „Job Ghosting” gemacht und fürchtet dieses. Ohnehin empfindet ein Großteil der Befragten schon die Stellensuche an sich als frustrierend (44 Prozent), viele fühlen sich von dem Prozess gestresst (45 Prozent) – „Job Ghosting” hebt den Stress auf ein völlig neues Level.

Gaby Wasensteiner ist Karriere-Expertin bei LinkedIn und ordnet das Phänomen ein: “Absagen kratzen immer am Selbstbewusstsein, aber wenn der potenzielle neue Arbeitgeber sich überhaupt nicht zurückmeldet, ist dies besonders schmerzlich. Bei dem sogenannten ‘Job Ghosting’ wissen Bewerber:innen überhaupt nicht, was Stand der Dinge ist, und suchen im Zweifel die Schuld bei sich selbst. Am Ende bleibt nicht selten ein Gefühl der Enttäuschung oder sogar Minderwertigkeit – die in die Bewerbung investierte Energie wird als verschwendet empfunden.”

Die Karriere-Expertin teilt drei persönliche Tipps, wie Bewerber mit „Job Ghosting” umgehen sollten und was sie tun können, wenn der potenzielle neue Arbeitgeber sich plötzlich nicht mehr meldet.

  1. Geduld haben und positiv bleiben: Natürlich willst du als Bewerber möglichst schnell wissen, was Sache ist – da ist es normal, früher oder später ein wenig unruhig zu werden. Ich rate trotzdem zur Geduld. Gib deinem potenziellen Arbeitgeber etwas Zeit, um nach Ende der Bewerbungsfrist alle Bewerbungen zu sichten und eine Auswahl zu treffen. Wenn du sogar schon einen Schritt weiter und zum Vorstellungsgespräch eingeladen bist, kläre im Zuge des Gesprächs auf jeden Fall ab, wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst. So hast du direkt eine klare Vorstellung von den nächsten Schritten und dein Gegenüber verpflichtet sich gleichzeitig zu einem zeitlichen Rahmen.

  2. Wenn du lange nichts hörst, melde dich: Du warst geduldig, hast erst einmal abgewartet und keine Rückmeldung bekommen? Früher oder später führt dann wohl kein Weg an einem Anruf oder einer Nachfrage per E-Mail vorbei: Melde dich bei deinem Ansprechpartner und hake höflich nach, wie der Stand deiner Bewerbung ist. Versuche es im ersten Schritt telefonisch, denn so bekommst du im besten Fall direktes Feedback. Wenn du so niemanden erreichst, schicke eine Nachricht und bitte um eine kurze Rückmeldung zu deiner Bewerbung. Natürlich hast du auch danach keine Garantie, dass man dir antwortet – aber damit hast du nun dein Möglichstes gegeben.

  3. Nicht entmutigen lassen! Ghosting ist schmerzhaft, das ist klar. Aber lass dich davon nicht entmutigen! Frage dich stattdessen lieber selbst: Möchtest du wirklich in einem Unternehmen arbeiten, das Kandidaten einfach ignoriert? Hake diese Bewerbung als Erfahrung ab und konzentriere dich stattdessen auf Bewerbungen bei anderen Unternehmen. Um dein Selbstbewusstsein wieder aufzubauen, kann es außerdem helfen, dich mit anderen über deine Ghosting-Erfahrung auszutauschen – du wirst schnell merken, dass du damit nicht allein bist und andere bereits ähnliche Situationen erlebt haben! Nutze dein Netzwerk und lass dir Tipps geben, wie andere mit der Erfahrung umgegangen sind.

 

 

* Methodik: Das Marktforschungsinstitut Censuswide hat im Zeitraum vom 24.11.-14.12.2023 im Auftrag von LinkedIn 1.003 Angestellte (in Vollzeit oder Teilzeit, ausgenommen Unternehmer und Hilfskräfte) in Deutschland zu ihren beruflichen Zielen und Plänen im Jahr 2024 befragt.

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