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Wie viel Aufmerksamkeit für ausländerfeindliche Parolen?

Foto: Matthias Enter
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Liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht warst Du genauso geschockt wie ich, als Du das Video der grölenden „Elite“ auf Sylt gesehen hast. Da lacht das Mädel laut singend in die Kamera. Und würde der Ton abgestellt, könnte man meinen: illustre Gesellschaft, die zu feiern weiß.

Aber der Ton ist nicht abgestellt. Erschreckend fröhlich singt die junge Dame rassistische Parolen, erschreckend ausgelassen zeigen sich die „Vorsinger“ mit nationalsozialistischen Symbolen. Doch damit nicht genug: Seit Pfingsten häufen sich die Meldungen, dass eben diese Parolen offenbar auch bei diversen anderen Feierlichkeiten als Gassenhauer für Stimmung sorgten. Was fangen wir damit an?

„Heute haben Neonazis ein Glas Schampus in der Hand“, warnt Udo Lindenberg im Tagesspiegel. Nicht die Abgehängten sind es, die hier nach vermeintlich einfachen Lösungen suchen und dabei die rote Linie überschreiten. Es sind Menschen aus der Sylter Schickeria, die sich über Ein- und Auskommen in der Regel eher wenig Sorgen machen müssen.

Das Pech der Singenden: die eigene Dummheit (oder war es Überheblichkeit?) – sie selbst haben per Video alles dokumentiert. Und sehen sich nun mit den Folgen konfrontiert. Arbeitgeber der medial Geouteten haben zum Teil schnell reagiert und die Arbeitsverhältnisse gekündigt. Ganz ehrlich: Mich hat es beruhigt, dass sie Haltung zeigen. Denn das macht spürbar: Man muss Verantwortung für sein Handeln tragen. Jeder einzelne. Immer. Und wenn ich mir rassistische Beleidigungen, Drohungen und Hasskommentare in den sozialen Medien angucke, dann denke ich, es ist für Konsequenzen im realen Leben höchste Zeit.

Auf der anderen Seite werden Rufe laut, dass der mediale Aufschrei hysterische Züge trage. „Ein paar Idioten singen ein ausländerfeindliches Lied, und Deutschland verliert die Nerven“, war etwa bei der NZZ zu lesen. Andere kritisieren, dass die mediale Hetzjagd gegen die Persönlichkeitsrechte verstoße. 

Gerne wüsste ich, was Du darüber denkst. Verletzt die öffentliche Debatte die Persönlichkeitsrechte derer, die hier ausgelassen „Ausländer raus“ grölen? Sind die Medien, die das Thema in Talkshows diskutieren und auf Titelseiten heben, von Hysterie befallen? Oder sollten wir froh sein, dass solche Entgleisungen endlich öffentlich an den Pranger gestellt werden? Schreib mir Deine Meinung in die Kommentare oder nimm an unserer Umfrage teil.

In diesem Sinne: ein besinnliches Wochenende und ganz herzliche Grüße

Birgit Wetjen
Chefredakteurin Courage


Was denkst Du über die „Affäre Sylt“?
  • Rassistische Parolen gehen gar nicht. Wer sie verbreitet, muss die Konsequenzen tragen. 42%, 8 Stimmen
    8 Stimmen 42%
    8 Stimmen - 42% aller Stimmen
  • Ich finde, es wird Zeit für eine generelle Debatte über die Spielregeln im Netz. Wären nur Postings mit Klarnamen zulässig, würden die User zweimal nachdenken und wir hätten viele Probleme mit Hass und Hetze nicht. 32%, 6 Stimmen
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    6 Stimmen - 32% aller Stimmen
  • Mich stoßen solche rassistischen Parolen ab, aber die mediale Aufmerksamkeit ist eher schädlich als nützlich – sie „inspiriert“ Nachahmer. 21%, 4 Stimmen
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    4 Stimmen - 21% aller Stimmen
  • Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Wenn ein paar Idioten ausländerfeindliche Lieder singen, muss man nicht so einen Rummel darum machen. 5%, 1 Stimme
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    1 Stimme - 5% aller Stimmen
  • Für meinen Geschmack findet nun eine regelrechte Hetzjagd auf die „Sänger“ statt. Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung und Wahrung der Persönlichkeitsrechte. 0%, 0 Stimmen
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Abstimmungen insgesamt: 19
31. Mai 2024
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