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Studie: Frauenanteil in Führung kommunaler Firmen gestiegen

Der Frauenanteil in den Führungsetagen von Firmen größerer Städte ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. (Symbolbild)
Der Frauenanteil in den Führungsetagen von Firmen größerer Städte ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. (Symbolbild) Foto: Annette Riedl/dpa
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In Hannover ist die Hälfte der Top-Posten kommunaler Firmen mit Frauen besetzt. Das ist der Bestwert in einer neuen Studie. Insgesamt kommen Managerinnen in städtischen Unternehmen langsamer voran.

Der Frauenanteil in den Führungsetagen von Firmen größerer Städte ist einer Studie zufolge leicht gestiegen. Der Anteil weiblicher Führungskräfte in kommunalen Unternehmen lag im April bei 22,1 Prozent – und damit um 0,6 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor, wie aus der Auswertung der Zeppelin-Universität Friedrichshafen hervorgeht.

Trotz des Anstiegs liege der Frauenanteil in den Führungsetagen kommunaler Firmen weiter deutlich unter dem politischen Ziel der Parität und den Werten der Dax-40-Unternehmen, teilte Studienleiter Ulf Papenfuß mit. Unternehmen in kommunaler Hand können zum Beispiel Pflegeheim, Museen, Krankenhäuser, Nahverkehrsbetriebe oder Stadtwerke sein.

Kommunale Unternehmen hinter Dax-Konzernen

Zum Vergleich: In den Vorständen der 40 Börsenschwergewichte lag der Frauenanteil nach Daten der gemeinnützigen Allbright Stiftung zuletzt bei 23,2 Prozent (Stichtag: 1. September 2023). Der Unterschied dürfte sich insbesondere mit den gesetzlichen Vorgaben erklären lassen. Börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern müssen bei Neubesetzungen in dem Gremium inzwischen darauf achten, dass mindestens eine Frau in der Topetage sitzt.

Bei Unternehmen des Bundes gelten noch strengere Vorgaben: Wenn die Firma mehr als zwei Geschäftsführer hat, muss mindestens ein Posten mit einer Frau besetzt werden. Klare Regeln für die Besetzung der Führungsposten könnten Papenfuß zufolge dabei helfen, den Frauenanteil auch bei kommunalen Unternehmen weiter zu steigern. Er schlägt vor, dass sich diese an jenen für bundeseigene Unternehmen orientieren.

1.420 Unternehmen wurden untersucht

Untersucht wurden deutschlandweit 1.420 kommunale Unternehmen in 69 Städten, in denen die öffentliche Hand die Mehrheit hat. Mit Frauen besetzt waren demnach 461 der insgesamt 2087 Posten in Vorstand, Geschäftsleitung oder Geschäftsführung. In die Studie einbezogen wurden neben den Stadtstaaten und Landeshauptstädten jeweils die vier größten Städte je Bundesland – gemessen an der Bevölkerung. Darüber hinaus wurden auch Unternehmen des Bundes und der Bundesländer untersucht. Die Daten wurden im April erhoben.

Im Untersuchungszeitraum wurden demzufolge 244 Top-Posten in kommunalen Firmen neu besetzt – 27,9 Prozent davon mit Frauen. Das sei zwar ein Anstieg um 6,0 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr, aber immer noch vergleichsweise niedrig, hieß es.

Hannover an der Spitze des Rankings

Spitzenreiter war die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover mit einem Frauenanteil von 50,0 Prozent in den Topetagen kommunaler Firmen (Vorjahr: 37,50 Prozent). Es folgten zwei Städte in Thüringen: Weimar mit 44,4 Prozent (plus 11,1 Prozentpunkte), dicht gefolgt von Jena mit 42,1 Prozent (Vorjahr: 33,3 Prozent). Offenbach am Main, der Spitzenreiter aus dem Vorjahr, landete auf dem vierten Platz.

Papenfuß zufolge bestehen gravierende Entwicklungsunterschiede. Auffällig sei zum Beispiel auch, dass mehr als die Hälfte der Städte, in denen mindestens 30 Prozent Top-Positionen mit Frauen besetzt seien, in Ostdeutschland liegen.

Keine weiblichen Führungskräfte wurden in kommunalen Firmen in Ingolstadt, Osnabrück, Neunkirchen, St. Ingbert und Völklingen festgestellt. Insbesondere in den letzteren Städten, alle im Saarland, gebe es nur vergleichsweise wenige Unternehmen, die entsprechend der Methodik der Studie berücksichtigt werden konnten. Es gebe aber Städte mit vergleichbar kleinen Beteiligungsportfolien, die einen höheren Frauenanteil im Management aufwiesen – neben Regensburg (23,1 Prozent) beispielsweise auch das zweitplatzierte Weimar. (dpa/aig)

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